KI in der Hausverwaltung: Was Bitkoms 57 Prozent bedeuten
KI-SymbolbildSymbolbild, mit KI erstellt.
Definition: KI in der Hausverwaltung bezeichnet den Einsatz lernender Software für wiederkehrende Verwaltungsaufgaben: Mieteranfragen sortieren und beantworten, Belege für die Nebenkostenabrechnung prüfen, Besichtigungstermine koordinieren. Gemeint sind Hausverwaltungen, Makler und Property-Management-Teams mit 20 bis 250 Beschäftigten, die keine eigene IT-Abteilung haben.
Drei Engpässe im Alltag: Mieter, Nebenkosten, Besichtigungen
Bevor es um Zahlen geht, lohnt der Blick auf drei Aufgaben, die in Verwaltungen viele Arbeitsschritte bündeln.
Mieterverwaltung: Anfragen kommen per Mail, Telefon und Portal. Jemand liest, ordnet der Liegenschaft zu, leitet an Technik oder Buchhaltung weiter und schreibt zurück. Jede Anfrage wird dabei mehrfach angefasst.
Nebenkostenabrechnung: Hier geht es darum, Rechnungen von Versorgern, Dienstleistern und Versicherern Kostenarten und Objekten zuzuordnen und die Belege auf Vollständigkeit zu prüfen. Das ist viel Einzelarbeit, bei der Lücken und Dubletten sorgfältig gesucht werden wollen.
Besichtigungsmanagement: Interessenten fragen Termine an, sagen ab, verschieben, melden sich nicht. Die Abstimmung zwischen Interessent, Eigentümer und Mieter bindet Personal, das eigentlich vermieten oder verkaufen soll.
Wir halten alle drei Aufgaben für Kandidaten einer Automatisierung. Wir würden sie aber nicht in einem Zug angehen, sondern nacheinander, weil sich ihre Abläufe deutlich unterscheiden.
Was die Bitkom-Zahl aussagt
Laut Bitkom e.V. setzen im Jahr 2026 erstmals mehr als die Hälfte der Unternehmen KI ein: 57 Prozent, nach 36 Prozent im Vorjahr und 20 Prozent vor zwei Jahren (Bitkom, 2026, https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Erstmals-nutzt-Mehrheit-Unternehmen-KI). Weitere 38 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz, nur 4 Prozent sagen, KI sei für sie kein Thema. Befragt wurden 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten.
Die Vorjahreszahlen bestätigt Bitkom selbst: 2025 nutzte laut Bitkom etwa jedes dritte Unternehmen KI, nämlich 36 Prozent nach 20 Prozent im Jahr davor (Bitkom, 2025, https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Durchbruch-Kuenstliche-Intelligenz).
Aus unserer Sicht heißt das für Verwaltungen dieser Größe: KI ist kein Randthema mehr, über das man nur nebenbei spricht. Ob sich der Einstieg lohnt und wie schnell, lässt sich nur am eigenen Betrieb beurteilen, und deshalb rechnen wir weiter unten mit einem Beispiel.
Schritt für Schritt: Die Engpässe auflösen
Wir gehen die drei Engpässe in der Reihenfolge an, in der sich der Einstieg bei Verwaltungen unserer Einschätzung nach am besten eignet.
| Aufgabe | Was KI übernimmt | Was beim Menschen bleibt |
|---|---|---|
| Besichtigungsmanagement | Terminvorschläge, Erinnerungen, Umbuchungen | Auswahl der Interessenten, Gespräch vor Ort |
| Mieterverwaltung | Anfragen sortieren, Entwurf einer Antwort, Zuordnung zur Liegenschaft | Freigabe heikler Antworten, Konflikte |
| Nebenkostenabrechnung | Belege erkennen, Kostenarten vorschlagen, Lücken markieren | Prüfung, Umlageschlüssel, Versand |
Schritt 1: Besichtigungen. Der Ablauf ist kurz, die Fehlerfolgen sind aus unserer Sicht gering, und der Nutzen zeigt sich schnell. Wer Maklerabläufe im Ganzen betrachten will, findet im Beitrag zur Makler-Pipeline-Verwaltung die vorgelagerten und nachgelagerten Schritte.
Schritt 2: Mieterkommunikation. Hier hilft zuerst die Sortierung: Welche Anfrage ist eine Reparaturmeldung, welche eine Frage zur Abrechnung, welche eine Kündigung? Die Antwort bleibt zunächst ein Entwurf. Mehr zur Digitalisierung dieses Bereichs steht im Artikel zur Mieterverwaltung mit KI.
Schritt 3: Nebenkosten. Die Belegerkennung und die Vorschläge zur Kostenzuordnung lassen sich gut automatisieren. Die Details zu diesem Schritt behandelt unser Beitrag zur Nebenkostenabrechnung.
Eine ehrliche Grenze und unsere Empfehlung
Wir raten davon ab, mit der Nebenkostenabrechnung zu beginnen. Aus unserer Sicht ist ein Fehler dort aufwendiger zu korrigieren als ein falsch gesetzter Besichtigungstermin, den man am selben Tag geradeziehen kann. Unsere Empfehlung lautet deshalb: erst dort starten, wo ein Fehler billig ist, und die Abrechnung erst automatisieren, wenn Belegerkennung und Zuordnung in kleinerem Rahmen sauber laufen.
Was KI an dieser Stelle nicht löst: Sind Stammdaten falsch oder unvollständig, etwa Flächen, Verteilerschlüssel oder Zuordnungen von Zählern, übernimmt die Software diese Fehler. Beheben kann sie sie nicht. Die Datenpflege bleibt Arbeit des Teams.
Zu unserem Hintergrund: KImpuls analysiert Geschäftsprozesse, findet Ineffizienzen und berechnet Optimierungspotenziale mit ROI. Die Plattform wird auf die Abläufe des jeweiligen Betriebs konfiguriert. Das folgende Rechenbeispiel arbeitet deshalb ausdrücklich mit Annahmen und nicht mit Messwerten.
Rechenbeispiel (hypothetisch): Besichtigungsabstimmung
Angenommen, eine Hausverwaltung mit 20 Beschäftigten bearbeitet 150 Besichtigungsanfragen pro Monat mit je 12 Minuten Abstimmungsaufwand, dann entspräche das 30 Stunden im Monat, und bei einer ebenfalls angenommenen Halbierung des Aufwands durch automatische Terminvorschläge würden in diesem Modell rund 15 Stunden pro Monat frei. Die Zahlen sind Platzhalter. Wer sie mit den eigenen Werten ersetzt, bekommt eine erste Größenordnung, bevor irgendetwas gekauft wird.
Vermutlich hängt der Hebel stark davon ab, wie viele Interessenten ohnehin ohne Rückfrage einen Termin annehmen. Belegt ist das nicht, es lässt sich nur mit den eigenen Zahlen prüfen.
Fazit
Mit 57 Prozent liegt KI laut Bitkom bei Unternehmen ab 20 Beschäftigten in der Mehrheit der Betriebe (Bitkom, 2026, https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Erstmals-nutzt-Mehrheit-Unternehmen-KI), und der Wert ist nach Angaben von Bitkom von 20 über 36 auf 57 Prozent gestiegen. Für Hausverwaltungen und Makler stellt sich damit vor allem die Frage, welche Aufgabe man selbst zuerst angeht. Unsere Empfehlung: mit Besichtigungen und Mieteranfragen beginnen, Stammdaten bereinigen, die Nebenkostenabrechnung als dritten Schritt einplanen und vorher mit eigenen Zahlen rechnen.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Unternehmen in Deutschland nutzen KI? Laut Bitkom nutzen 2026 insgesamt 57 Prozent der befragten Unternehmen ab 20 Beschäftigten KI (Bitkom, 2026, https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Erstmals-nutzt-Mehrheit-Unternehmen-KI). Befragt wurden 603 Unternehmen. Ob der Wert auch für kleinere Betriebe oder einzelne Branchen wie die Immobilienverwaltung gilt, sagt die Studie in dieser Form nicht aus.
Womit sollte eine Hausverwaltung mit KI beginnen? Wir empfehlen Aufgaben mit geringem Fehlerrisiko und klarem Ablauf, zum Beispiel die Terminabstimmung bei Besichtigungen oder die Sortierung eingehender Mieteranfragen. Die Nebenkostenabrechnung folgt später, weil ein Fehler dort aus unserer Sicht aufwendiger zu korrigieren ist.
Ersetzt KI Mitarbeitende in der Immobilienverwaltung? Nein, in den beschriebenen Abläufen übernimmt KI vorbereitende Schritte wie Sortieren, Vorschlagen und Erinnern. Freigaben, Gespräche und Entscheidungen bleiben beim Menschen.
Wie lässt sich der Nutzen vorab abschätzen? Mit einer Modellrechnung aus eigenen Zahlen: Anzahl der Vorgänge pro Monat, Minuten pro Vorgang und eine vorvorsichtig angenommene Einsparung. Das Ergebnis ist eine Schätzung und ersetzt keine Messung im Betrieb.
Hinweis zur Erstellung
Dieser Beitrag und sein Titelbild wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Abgebildete Motive sind Symbolbilder. Wie wir KI einsetzen — auch in der Prozessdiagnose selbst — steht unter KI-Transparenz. Redaktionelle Freigabe: Jens Schöberling.